HPV-Test (Humane Papillomaviren Testung)


Was ist das?


HPV ist die Abkürzung für Humane Papilloma Viren. Diese Viren existieren in sehr vielen unterschiedlichen Arten und befallen Haut und Schleimhäute. Ein Teil dieser HPV-Typen wird durch Genitalkontakt übertragen. Und zwar nicht nur durch den Geschlechtsverkehr selbst, sondern auch durch intime Berührung mit den Händen. Kondome schützen vor diesen Viren daher nur bedingt, weshalb das HPV sehr verbreitet ist. Ungefähr 50 % aller Frauen und Männer infizieren sich im Laufe des Lebensabschnitts, in dem sie sexuell aktiv sind. Sehr oft verläuft die Infektion aber harmlos und häufig sogar unbemerkt. In vielen Fällen ist der Körper im Laufe von 1 bis 2 Jahren selbst imstande, genügend Abwehrkräfte zu erzeugen, so dass die Infektion vorüber geht, ohne dass eine Behandlung erforderlich ist. Auf eine mögliche Ansteckung mit HPV wirken sich ungeschützter Geschlechtsverkehr, sexuelle Kontakte bereits in jungem Alter, wechselnde Sexualpartner und auch Rauchen begünstigend aus.

Bei den HPV unterscheidet man high-risk- und low-risk-Typen. High-Risk HPV-Typen spielen bei der Entstehung von verschiedenen Krebsarten, vor allem Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom) eine wesentliche Rolle. Dieser Virentyp konnte bei etwa 99 % aller Frauen mit Gebärmutterhalskrebs nachgewiesen werden. Dabei ist es aber so, dass das körpereigene Abwehrsystem bei gesunden Menschen die Viren in den meisten Fällen abtöten kann, bevor eine Zellveränderung stattfindet. Nur wenn dies nicht der Fall ist und das HPV nicht entdeckt wird, kann es Krebs verursachen. Daher ist eine regelmäßige Krebsvorsorgeuntersuchung nachdrücklich zu empfehlen.

Der zweite, low-risk Viren-Typ beinhaltet ein bedeutend geringeres Risiko, er verursacht Genitalwarzen.

Wie erkennt man eine Infektion? Welche Probleme können durch HPV entstehen?


Die Infektion mit HPV selbst ist keine Krankheit. Daher kann man die Infektion an sich auch nicht bekämpfen. Sie verschwindet in den meisten Fällen, ohne Beschwerden zu verursachen. Ein Krankheitsbild entsteht erst durch die anhand von HPV ausgelösten Zellveränderungen.

Wie oben bereits beschrieben unterscheidet man zwischen high-risk (hohes Risiko) und low-risk (niedriges Risiko) Typen.  Hier bilden sich nach einer Inkubationszeit von ca. 3 Wochen bis zu über einem halben Jahr Genitalwarzen aus. Diese können an den inneren oder äußeren Geschlechtsorganen sowie im Analbereich auftreten. Abhängig vom individuellen Immunsystem heilen diese Warzen von selbst wieder ab oder aber sie bleiben bestehen. Im letzteren Fall ist selbst nach einer Behandlung nicht ausgeschlossen, dass die Warzen erneut auftreten.

Eine Infektion mit dem hoch risikobehafteten HPV-Typ kann durch einen HPV-Abstrich festgestellt werden. Dies ist eine schmerzfreie Probenentnahme vom Gebärmutterhals, welche labortechnisch untersucht wird. Bei Nachweis des Hochrisiko-HPV und gleichzeitig nachgewiesenen Zellveränderungen muss je nach Schweregrad  entweder die engmaschige Beobachtung und Kontrolle (alle 3-4 Monate) oder die operative Therapie (Probeentnahme oder Konisation) erfolgen.
 

Behandeln


Die HPV-Infektion selbst kann nicht behandelt werden, nur die eventuell entstehenden Auswirkungen. Genitalwarzen werden im Allgemeinen durch Cremes, Gels, manuelle Entfernung oder Laser beseitigt. Gebärmutterhalskrebs beziehungsweise dessen Vorstufe kann durch rechtzeitige Gewebeentfernung oder im fortgeschrittenen Stadium durch Operation und/oder Radiochemotherapie bekämpft werden.

Vorbeugen


Einen vollständigen Schutz gibt es für sexuell aktive Menschen leider nicht. Da eine HPV-Infektion nicht nur durch Geschlechtsverkehr sondern auch über die Haut, also durch Berührung übertragen wird, können auch Kondome hier keinen zuverlässigen Schutz garantieren.

Inzwischen gibt es die Möglichkeit einer Impfung, zu der vor allem jungen Mädchen vor ihrem ersten Geschlechtsverkehr geraten wird. Doch auch später ist eine Impfung noch sinnvoll. Diese Impfung bekämpft etwa 70 % der Gebärmutterhalskrebs-auslösenden Virentypen und verringert somit das Risiko zu erkranken beträchtlich.

Trotz dieser Maßnahmen sollte aber auch die gynäkologische Krebsvorsorgeuntersuchung regelmäßig durchgeführt werden.